Ein literarisches Manifest

Katzen und Pfauen

baubo sbugi ninga gloffa

siwi faffa

sbugi faffa

olofa fafamo

faufo halja finj

sirgi ninga banja sbugi

halja hanja golja biddim

mâ mâ

piaûpa

mjâma

pawapa baungo sbugi

ninga

gloffalor

Totenklage

ombula

take

biti

solunkola

tabla tokta tokta takabla

taka tak

tabubu m’balam

tak tru – ü

wo–um

biba bimbel

o kla o auw

kla o auwa

kla– auma

o kla o ü

kla o auma

klinga– o –e–auwa

ome o–auwa

klinga inga M ao– Auwa

omba dij omuff pomo– auwa

tru–ü

tro–u–ü o–a–o–ü

mo-auwa

gomum guma zangaga gago blagaga

szagaglugi m ba–o–auma

szaga szago

szaga la m’blama

bschigi bschigo

bschigi bschigi

bschiggo bschiggo

goggo goggo

ogoggo

a–o–auma

Seepferdchen und Flugfische

tressli bessli nebogen leila

flusch kata

ballubasch

zack hitti zopp

zack hitti zopp

hitti betzli betzli

prusch kata

ballubasch

fasch kitti bimm

zitti kitillabi billabi billabi

zikko di zakkobam

fisch kitti bisch

bumbalo bumbalo bumbalo bambo

zitti kitillabi

zack hitti zopp

tressli bessli nebogen grügrü

blaulala violabimini bisch

violabimini bimini bimini

fusch kata

ballubasch

zick hiti zopp

Piffalamozza (Der Stier)

image

1 Stern und 7 kazamogipuffel

macht 13 zakopaddogei

zubtrahiere 5 franschöse Männlin

macht 1 Litanotterbett

nehme 3 Quentlin Klotzpulfer

legs in himmelsdeifelsnamen

dabei. wirst sehen wohinst

kommst wnr bällt wnr heult

wnr pfaucht wnre Daugen däht

trulba dori daula dalla

sula lori wauga malla

tori damma fusmalu

Dasche mame came rilla

schursche saga moll vasvilla

suri paugo fuzmalu

Dolli gamba bokamufti

sabel ize spobagufti

paluzuma polja gei

mula dampe dori villa

allos virds schaviDrestilla

offi lima dozapau

pozadau

bfirr   bfirr

ongog

rorr   sss

dumpa

feif   dirri

chu   gaba

raur

ss

Der Dorfdadaist

In Schnabelschuhen und im Schnürkorsett

Hat er den Winter überstanden.

Als Schlangenmensch im Teufelskabinett

Gastierte er bei Vorstadtdilletanten.

Nun sich der Frühling wieder eingestellt

Und Frau Natura kräftig promenieret,

Hat ihn die Lappen- und Atrappenwelt

Verdrossen erst und schliesslich degoutieret.

Er hat sich eine Laute aufgezimmert

Aus Kistenholz und langen Schneckenschrauben.

Die Saiten rasseln und die Stimme wimmert,

Doch lässt er sich die Illusion nicht rauben.

Den Frühling einer ganzen Welt zu künden

War längst sein stiller Sehnsuchtstraum.

Nun lässt er selber sich als Frühling finden

Bewährt mit einem grünen Maienbaum.

Er brüllt und johlt, als hinge er am Spiesse.

Er schwenkt jucheiend seinen Brautzylinder.

Als Schellenkönig tanzt er auf der Wiese

Zum Purzelbaum der Narren und der Kinder…

Der Literat

Ich bin der große Gaukler Vauvert.

In hundert Flammen lauf ich einher.

Ich knie vor den Altären aus Sand.

Violette Sterne trägt mein Gewand.

Aus meinem Mund geht die Zeit hervor,

Die Menschen umfaß ich mit Auge und Ohr.

Ich bin aus dem Abgrund der falsche Prophet,

Der hinter den Rädern der Sonne steht.

Aus dem Meere, beschworen von dunkler Trompete,

Flieg ich im Dunste der Lügengebete.

Das Tympanum schlag ich mit großem Schall.

Ich hüte die Leichen im Wasserfall.

Ich bin der Geheimnisse lächelnder Ketzer,

Ein Buchstabenkönig und Alleszerschwätzer.

Hysteria clemens hab ich besungen

In jeder Gestalt ihrer Ausschweifungen.

Ein Spötter, ein Dichter, ein Literat –

Streu ich der Worte verfängliche Saat.

Pulzinell meiner Nächte

I.

Der Schlaf, unser Schlaf ist ausgestorben.

Das Auge Gottes zuckt mit roter Seidenklappe als Lid.

Die Nachstellungen der Mandarinen schrecken uns nicht mehr.

Esel und Oechslein wohnen zu unseren Füssen im Bett.

Und reden bequem wie zu Weihnacht in Bethlehem.

Der Graf von Agaz reitet auf einem Leilaken (o Greco!)

Der Flügel eines Engels hängt rosenrot aus einer Wolke.

Mit grünem Gockelschopf trittst Du auf in den Kabaretten.

Deine Kinderstirne ist zahm vor mir.

Du bist ein Tüchlein aus Purpur.

Eine Gloriole von jungen Löwen ist um Deinen Kopf.

Deine Lippen sind Schaufelräder des Lebens.

Die Gespenster der Messe rouge essen aus Deiner Hand.

Bubu von Montparnasse und Jesus von Nazareth

Staunen flennend ob Deiner Inbrunst Fahnen.

Blutrot ist die Bühnen des Stücks ausgeschlagen, auf der Du stehst.

Du heiligst Dich täglich mit 7 Messen.

Eine Harfenistin in Bach’schen Proportionen ist Dein Kontrast.

Auf einem gemalten Penny

Liegst Du als Tonkinesin, gelb, schläfrig und lau.

5-Sous-Soubretten sind Deine Gespielinnen.

Das schwarze Maul einer Katze manipuliert in Gesangsübungen.

Samen des Todes überschüttet Dich aus den Puppenhimmeln.

Dein Gesicht ist gespalten von einem roten Strich,

Der quer über Deine zärtliche Fresse läuft.

III.

Blauer Luftschirme Herablassung fächelt Dir Trost

In den Dissonanzen der Biestigkeit.

Männer mit veilchenblauen Brüsten tanzen Cancan.

Dämonen mit Pferdeköpfen heimsuchen Dich.

Gezeichnet sind Deine Schenkel mit einem blauen Anker.

O Pulzinell meiner Nächte! Zärtlicher Vogel,

Leis singend im Schlaf!

Wir sind verdammt, 6000 Jahre im Kot zu schlafen.

Blutstrom rieselt im Magen. Dein Mund strömt, tönt.

Deines Schopfs gelbe Ziegel sind meine Heimat.

Und habe doch nichts getan, als mit Teppichklopfern

Gesangvereine getötet.

Unsere honetten Freunde demonetisiert.

Du bist ein dunkelblau Seidengewand, mit Goldbuchstaben geziert.

Du bist das Schiff meines Todes, aus Bambus, Papier und Seide.

Als ich das Cabaret Voltaire gründete…

Als ich das Cabaret Voltaire gründete, war ich der Meinung, es möchten sich in der Schweiz einige junge Leute finden, denen gleich mir daran gelegen wäre, ihre Unabhängigkeit nicht nur zu geniessen, sondern auch zu dokumentieren. Ich ging zu Herrn Ephraim, dem Besitzer der »Meierei« und sagte: »Bitte, Herr Ephraim, geben Sie mir Ihren Saal. Ich möchte ein Cabaret machen.« Herr Ephraim war einverstanden und gab mir den Saal. Und ich ging zu einigen Bekannten und bat sie: »Bitte geben Sie mir ein Bild, eine Zeichnung, eine Gravüre. Ich möchte eine kleine Ausstellung mit meinem Cabaret verbinden.« Ging zu der freundlichen Züricher Presse und bat sie: »Bringen sie einige Notizen. Es soll ein internationales Cabaret werden. Wir wollen schöne Dinge machen.« Und man gab mir Bilder und brachte meine Notizen. Da hatten wir am 5. Februar ein Cabaret. Mde. Henninge und Mde. Leconte sangen französische und dänische Chansons. Herr Tristan Tzara rezitierte rumänische Verse. Ein Balalaika-Orchester spielte entzückende russische Volkslieder und Tänze.

Viel Unterstützung und Sympathie fand ich bei Herrn M. Slodki, der das Plakat des Cabarets entwarf, bei Herrn Hans Arp, der mir neben eigenen Arbeiten einige Picassos zur Verfügung stellte und mir Bilder seiner Freunde O. van Rees und Artur Segall vermittelte. Viel Unterstützung bei den Herren Tristan Tzara, Marcel Janco und Max Oppenheimer, die sich gerne bereit erklärten, im Cabaret auch aufzutreten. Wir veranstalteten eine RUSSISCHE und bald darauf eine FRANZÖSISCHE Soirée (aus Werken von Apollinaire, Max Jacob, André Salmon, A. Jarry, Laforgue und Rimbaud). Am 26. Februar kam Richard Huelsenbeck aus Berlin und am 30. März führten wir eine wundervolle Negermusik auf (toujours avec la grosse caisse: boum boum boum boum – drabatja mo gere drabatja mo bonoooooooooooo –) Monsieur Laban assistierte der Vorstellung und war begeistert. Und durch die Initiative des Herrn Tristan Tzara führten die Herren Tzara, Huelsenbeck und Janco (zum ersten Mal in Zürich und in der ganzen Welt) simultanistische Verse der Herren Henri Barzun und Fernand Divoire auf, sowie ein Poème simultan eigener Composition, das auf der sechsten und siebenten Seite abgedruckt ist. Das kleine Heft, das wir heute herausgeben, verdanken wir unserer Initiative und der Beihilfe unserer Freunde in Frankreich, ITALIEN und Russland. Es soll die Aktivität und die Interessen des Cabarets bezeichnen, dessen ganze Absicht darauf gerichtet ist, über den Krieg und die Vaterländer hinweg an die wenigen Unabhängigen zu erinnern, die anderen Idealen leben. Das nächste Ziel der hier vereinigten Künstler ist die Herausgabe einer Revue Internationale. La revue paraîtra à Zurich et portera le nom »DADA«. (»Dada«) Dada Dada Dada Dada.

ZÜRICH, 15. Mai 1916

I. Stille Nacht.

DER WIND: f f f f f f f f f fff f ffff t t

TON DER HEILIGEN NACHT: hmmmmmmmmmmmmmmmm mmmmmmmmmmmmmmmmmm

DIE HIRTEN: He hollah, he hollal, he hollah.

Nebelhörner. Okarina – – – – crescendo. (Steigen auf einen Berg) Peitschenknallen, Rufe.

DER WIND: f f f f f f f f f f f ffffffffffffffffffffffffffffff t.

II. Der Stall.

ESEL: ia, ia, ia, ia, ia, ia, ia, ia, ia, ia, ia, ia, ia,

OECHSLEIN: muh muh muh muh muhm muh muh muh muh muh muh muh (Stampfen, Strohgeräusch, Kettenrasseln, Stossen, Käuen)

SCHAF: bäh, bäh, bäh, bäh, bäh, bäh, bäh, bäh,

JOSEF UND MARIA (betend): ramba ramba ramba ramba ramba – m-bara, m-bara, m-bara, -bara- ramba bamba, bamba, rambababababa

III. Die Erscheinung des Engels und des Sterns.

DER STERN: Zcke, zcke, zcke, zzccke, zzzzzcke, zzzzzzzzcccccccke zcke psch, zcke ptsch, zcke ptsch, zcke ptsch.

DER ENGEL (Propellergeräusch, leise anschwellend, tremolierend, bis zu erheblicher Stärke, energisch, dämonisch)

ANKUNFT: (Zischen, Zerplatzen, Bündel von Licht in Geräuschen)

LICHTAPPARAT: flutet weiss weiss weiss weiss weiss.

FALLEN ALLER MITWIRKENDEN: erst auf die Ellbogen, dann auf die Fäuste. So, dass zwei Geräusche entstehen, die zusammenhängen.

PLÖTZLICHE STILLE: – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

IV. Die Verkündigung.

GERÄUSCH DER LITANEI: do da do da do da do da dorum darum dorum do da do, dorum darum, dorum, darum, do da do, do, doooo.

TUTTI: Muhen, Iaen, Ketten, Schalmeien, Gebet, Stern, Schaf, Wind,

STILISIERTES LACHEN: H a ha. haha. haha. haha. haha. haha. haha. haha.

Steigerung bis zu höchstem Lärm. Tanz nach gepfiffener

Melodie

DER ENGEL: Dorum darum dorum darum, dorum darum, do do dododododododooooo (das Ende des »doooooooo« sehr schmerzlich und bedauernd)

V. Die heiligen drei Könige.

DER STERN: Zcke zcke ptsch, zcke zcke zcke zcke zcke ptsch! zcke zcke ptsch! ptschptschptschptsch. zcke zcke ptsch ptch ptsch.

DIE KARAWANE DER DREI KöNIGE: Puhrrrrr puhrrrr (Schnauben der Pferde, Trampeln der Kameele).

DIE DREI KÖNIGE: rabata, rabata, bim bam. rabta rabata, bim bam ba, rabata rabata rabta, rabata bim bam. bim bam. bim bam.

GLÖCKCHEN DER ELEFANTEN: Bim bim bim bim bim bim bim bim bim

Flöten

TROMPETE: Tataaaaaaaaaaaa! tataaaaaaaaaaaaaaa!

SCHNAUBEN DER PFERDE: Puhrrrrr, puhrrrrrrrr, puhrrrrrrr.

WIEHERN DER PFERDE: Wihihihihih, Wihihihihihi, Wihihihihih.

KACKEN DER KAMEELE: Klatschen der Hände mit sehr hohler Fläche.

DER STERN: Zcke zcke zcke ptsch!

VI. Ankunft am Stalle.

Eine Kerze leuchtet auf. (der Saal war vorher verdunkelt) Man sieht jetzt die Orchestermitglieder. Sie haben schwarze Tücher umschlungen, so dass ihre Gestalt verschwindet. Sie sitzen ausserdem mit dem Rücken gegen das Publikum)

JOSEF: Bonsoir, messieurs. Bonsoir, messieurs. Bonsoir messieurs.

ESEL UND OECHSLEIN: Ia ia ia ia ia ia a ia, muh muh muh muh muh muh

Pfeifen der Maria

Geräusche von Kupfergeräten, Klappern von Kannen, Stoff(Taft)-Geräusche, Gläsertöne, Schöpfen, Rieseln, Schlüsselgeräusche

JOSEF: Parlez-vous francais, messieurs? Parlez-vous, francais, messieurs?

DIE HEILIGEN DREI KÖNIGE: Ah, eh, ih, ohm, uh, ah, eh, ih, oh, uh! aih, auhh, euhhh, eh ih, oh uhhhh! Ahhhhhhhhhhhhhhhh!

MARIA (pfeifend): Schlaf Kindlein schlaf! Schlaf Kindlein schlaf! Schlaf Kindlein schlaf! Schlaf Kindlein schlaf!

JOSEF: kt, kt kt potz! kt kt kt kt Potz! kt kt kt kt potz!

JESUS: schmatzend schmatzend schmatzend schmatzend schmatzend.

VII. Die Prophezeiung.

Plötzliche Hammerschläge. Nageln. Rattern. Klappern.

ZURUFE DER KNECHTE: He hollah! he hollah! he hollah!

Zymbeln, Pfeifen, Johlen, Volksmenge Bellen.

DIE PHARISÄER: Rabata, rabata, rabata, rabata, sallada, salada, sallada, sallada, sallada, sallada, sallada, rabata bumm, rabata bum, rabata bumm, rabata bumm

Lichtapparat rot

DIE HEILGEN DREI KÖNIGE: oh oho oh oh oh oh oh oh oh oh oh oh (sehr schmerzlich)

ESEL UND OECHSLEIN (sehr schmerzlich): Muh, iahh, muhhhhh, iahhhhh, muhhh,

LAMM: bähhhhhhh, bähhhhhhhhh. bähhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!

KLAGELAUTE DER MARIA: Ahhhhhhhhh, ahhhhhhhhhh, ahhhhhhhhhhhhhhhhh!

GLOCKEN UND GLÖCKCHEN: Bim bam bum, bim bam, bum, bim bam, bum. Gong gong.

NAGELN: - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Und da er ward gekreuziget

da floss viel warmes Blut.

Krippenspiel.

I.

Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei ihren Hürden. Die hüteten des nachts ihre Herde. (Wind und Nacht. Ton der Nacht. Signale der Hirten. (Tzara kleine Laute. Peitschenknallen)

II.

Maria aber und Josef lagen im Stalle zu Bethlehem auf den Knieen und beteten zum Herrn. (Während Ball und Janco beten, diesen Text wiederholen. (Schalk muh, Schlüssel. Arp: bäh. Strohgeräusch.)

III.

Am Himmel aber leuchtete der hellste Stern über dem Stalle von Bethlehem. Und siehe der Engel des Herrn machte sich auf und erschien den Hirten. Und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie. Und sie fürchteten sich sehr. (Stern, Brausen des Engels, ganz stark, dann Cymbel. Lichtapparat und Fallen. (Janco). Pause.

IV.

Und der Engel sprach zu ihnen: fürchtet euch nicht, denn siehe: ich verkündige euch eine grosse Freude, die allem Volk wiederfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr. (Do da do des Erzengels, dann Freude tutti. Steigerung. Crescendo. Dann: do da do doooooo des Engels)

V.

Und die Weisen aus dem Morgenlande machten sich auf mit ihrer Karawane, mit Kamelen, Pferden und Elefanten, die reich mit Schätzen beladen waren, und der Stern führte sie.

 

(Stern, Wiehern und Schnauben der Pferde, Gang der Elefanten, Sprechen der Könige, Trompete (Tzara, Arp), Glöckchen. Der Stern. Alles schwellend und abschwellend)

VI.

Und sie fanden den Stall und Josef begrüsste sie. (Bon soir, messieurs) Rabata rabata. Muh. Bäh.) Aber Josef verstand ihre Sprache nicht. (rabata, rabata.) (Tzara: o mon dieu, o mon dieu) (Schlaflied Emmy, Ah eh Tzara ih oh der Könige. Dann ah eh ih verstummend. Nur noch Gesang der Maria, Laute. Schmatzen des Säuglings und Beten: ramba rambaramba.) Pause.

VII.

Maria aber bewegte all diese Worte in ihrem Herzen. Und sie sah einen Berg und drei Kreuze aufgerichtet. Und sah ihren Sohn verspottet und mit einer Dornenkrone gekrönt. Und sie kreuzigten ihn. Aber sie wusste, dass er am dritten Tage wieder auferstehen werde, verklärt. (Johlen der Menge. Rabata rabata (Janco), Tzara: Pfeifen. Ball: He hollah! Nageln. Schalk: Klappern. Arp: bäh bäh. Rabata Rabata, sallada. (Crescendo) Nageln und Schreien. Dann Donner. Dann Glocken.

I Der Aufstieg des Sehers

Man findet sich in die Aufregungen einer imaginären Stadt versetzt. Ein neuer Gott wird erwartet. Donnerkopf (der im Roman nicht weiter hervortritt) hat seinen Wohnsitz auf einen Turm verlegt und gibt von dort buntscheckige Bulletins aus, die über den Fortgang der Angelegenheit unterrichten sollen. Ein lauer Abend bricht an. Auftreten eines Scharlatans, der auf dem Marktplatz eine Himmelfahrt in Aussicht stellt. Er hat sich dazu eine eigene Theorie ausgedacht, die er weitläufig vorträgt. Scheitert jedoch an der Skepsis des Publikums. Was das für Folgen hat.

An diesem Tage war Donnerkopf verhindert, dem Festakte beizuwohnen. Siehe, er saß vor Atlanten und Zirkeln und kündete Weisheit der oberen Sphären. Lange Papyrusrollen ließ er, mit Zeichen und Tieren bemalt, vom Turme herab und warnte damit das Volk, das unter den Nestern stand, vor den kreischenden Scharen der Engel, die wütend den Turm umflogen. Jemand aber trug an diesem Tage an langer Stange ein Schild durch die Stadt, darauf stand:

Talita kumi, Mägdlein steh auf

Du bist es, du wirst es sein.

Gossentochter, Jubelmutter.

Die Erhangenen und die Verbannten

Die Gefangenen und die Verbrannten

Rufen nach dir.

Befreie, o benedeie

Du Unbekannte

Tritt herfür!

Mit Fasten und Purgativ bereitete sich die Stadt auf eines neuen Gottes Erscheinen vor, und tauchten schon aus der Menge etliche auf, die im Gedränge Ihm wollten begegnet sein. Eine Warnung ward ausgegeben, besagend, daß, wer die Glockenräder und Lumpentürme besichtige oder betrete und ohne Ermächtigung abgefaßt würde, bei lebendem Leibe solle des Todes sein. Frisch aufgeblasen ward der Kausalnexus und sichtbar vor aller Blicke den heiligen Spinnen zum Fraß ausgesetzt. Mit Klappern und Dudelsäcken bewegten sich händeringend die Bitt- und Kaffeeprozessionen der Künstlerschaft und der Gelehrten. Aus allen Lüften und Luken aber hingen die Wasserzeichen und ragten die gläsernen Spritzen.

Da, über den Marktplatz, wie auf Verabredung, schritt violetten Gesichtes der Seher, gebot den lachenden Häusern, den Sternen, dem Mond und der Menge und sprach:

»Zitronengelb stehen die Himmel. Zitronengelb stehen die Felder der Seele. Den Kopf haben wir schief zur Erde geneigt und die Ohren weit aufgetan. Die Schürzen und Kutten haben wir ausgespannt und der Rücken aus Knallporzellan blinkt im Gefüge.